Orthopädie- So werden überlastete Füße schonend behandelt

Viele Menschen schenken ihren Füßen erst Aufmerksamkeit, wenn sie Beschwerden verursachen. Dabei leisten sie Schwerstarbeit, tragen viele Jahrzehnte hindurch 60, 70 oder 80 Kilo Körpergewicht durch das ganze Leben. Um das zu können, verfügt ein Fuß über eine ausgeklügelte Konstruktion, die aus 26 Knochen besteht. Die beiden größten sind das Fersenbein und das Sprungbein, beides Vertreter der insgesamt sieben Fußwurzelknochen. Am Sprungbein schließt nach oben hin der Unterschenkel an, und zur Fußspitze stellen fünf Mittelfußknochen die Verbindung zu den Zehen her. Jeder Zeh besitzt drei Knochenelemente, lediglich die Großzehe hat nur zwei.

Bei dauerhaften Überlastungen streiken zuerst die Gelenke zwischen der Fußwurzel und dem Mittelfuß. In erster Linie betroffen sind dabei der zweite und dritte Mittelfußknochen – vom großen Zeh aus gezählt. Werden die Schmerzen zu groß, dann hilft nur noch eine Operation, bei der das betroffene Gelenk ruhig gestellt wird, und hier gibt es seit Kurzem eine Neuerung. In Zusammenarbeit mit der Berliner Firma Merete hat Jürgen Walpert von der Hamburger Klinik Fleetinsel eine kleine Titanplatte entwickelt, die das Gelenk von Mittelfuß und Fußwurzel überspannt und mit beiden Knochen verschraubt wird. „Ein Vorteil der Platte ist, dass sie so stabil konzipiert wurde, dass nach einer Operation der Fuß direkt wieder voll belastbar ist. Der Patient muss lediglich einen Verbandsschuh mit flacher Sohle tragen, der wesentlich komfortabler ist als ein Gipsverband oder ein Entlastungsschuh“, sagt Walpert, Facharzt für Orthopädie und Fußchirurgie.
Tritt nach längeren Spaziergängen oder Wanderungen ein ziehendes Gefühl im Mittelfußbereich auf, dann kann das ein erstes Anzeichen für eine beginnende Arthrose in den Gelenken zwischen Mittelfuß und Fußwurzel sein. Später wird der betroffene Bereich druckempfindlich und schon normale Alltagsschuhe verursachen Schmerzen. Wird schon im Anfangsstadium ein Arzt konsultiert, dann helfen oft noch orthopädische Schuheinlagen oder Krankengymnastik.

Ist der Gelenkverschleiß aber weit fortgeschritten, dann muss operiert werden. Häufig sei der bekannte Hallux valgus die eigentliche Ursache, sagt Walpert: „Die Großzehe ist zur Seite fehlgestellt und kann dadurch nicht mehr am normalen Abrollvorgang des Fußes teilnehmen. Die Kleinzehen müssen die Mehrarbeit verrichten und werden dauerhaft überlastet. Die Folgen sind typische Beschwerden im Mittelfußbereich.“ Aber auch weitverbreitete Fehlstellungen des Fußes wie Senk-, Spreiz-, Hohl- und Plattfuß können solche Beschwerden verursachen. Am Ende der Entwicklung steht dann eine Arthrose, ein zerstörtes Gelenk.
Neben diesen eher langfristig wirksamen Ursachen für den Gelenkverschleiß kommt die Titanplatte mit dem Handelsnamen MetaCun auch bei dem akuten Bruch eines Mittelfußknochens zum Einsatz. Das ist allerdings nur bei gelenknahen Brüchen der Fall, sodass die Platte dann Bruchstelle und Gelenk überspannt.

Das Mittelfußgelenk hat nur einen sehr geringen Bewegungsspielraum. Trotzdem können die Beschwerden so groß werden, dass nur noch eine Ruhigstellung mittels Operation die einzig sichere Behandlung darstellt. Für die Ruhigstellung wurden bislang Schrauben und Metallklammern verwendet, die sich aber oft wieder lockerten, was für den Patienten eine weitere Operation bedeutete. Zudem wurde nach der Operation eine Gipsschiene angelegt, um den Fuß vier bis sechs Wochen lang zu fixieren. „Die winkelstabile Titanplatte gibt dem Patienten von Anfang an eine hohe Sicherheit, dass es zu keiner Lockerung kommt“, sagt Walpert.

Die Platte kann sogar dauerhaft im Fuß verbleiben. Die Bezeichnung „winkelstabil“ bedeutet, dass Schrauben und Platte sich nicht gegeneinander bewegen können. Das verleiht dem System die besondere Stabilität. Dazu sind die Schrauben ähnlich wie die aus der Technik bekannten Madenschrauben konstruiert – sie besitzen auch im Kopfbereich ein Gewinde. Ein Gegengewinde befindet sich in jedem Schraubenloch der Platte. Bei der Operation wird die Schraube durch das Loch in der Platte in den Knochen gedreht. Im Endeffekt entsteht eine feste Verbindung zwischen Schraube und Platte. Zu dieser Stabilität müssen nicht mehr die Knochen beitragen, was insgesamt eine Entlastung bedeutet.

Mittelfußknochen brechen oft schon bei relativ geringen Belastungen wie heftigem Auftreten oder Umknicken des Fußes. Dann können eine Operation und die Fixierung des Mittelfußgelenks unausweichlich sein. Um aber eine Schädigung durch chronische Überlastung zu vermeiden, empfiehlt es sich, nicht nur kosmetische Fußpflege zu betreiben.
Schmerzhafte Dauerschäden lassen sich vermeiden, wenn ein Spreizfuß oder eine andere Fehlstellung rechtzeitig korrigiert wird. Das gilt besonders für Kinder, deren Fuß noch wächst.

Quelle: Welt.de

Arteriosklerose Abnehmen putzt die Gefäße

Diäten können nicht nur zu einer schlanken Figur verhelfen. Sie schützen auch das Herz, indem sie den Blutdruck senken und verstopfte Gefäße von Ablagerungen befreien.
Israelische Wissenschaftler haben den Effekt dreier Diäten auf die Gefäße untersucht. Sie fanden heraus, dass sowohl eine gemäßigte fett- oder kalorienarme Ernährung als auch eine Mittelmeerdiät Arteriosklerose rückgängig machen können.

140 schwergewichtige Probanden – überwiegend Männer zwischen 40 und 65 mit hohem Arterioskleroserisiko – aßen und tranken zwei Jahre lang nach Vorschrift. Sie mussten ihren kalorienreduzierten Speiseplan in einem Ernährungstagebuch festhalten und von Zeit zu Zeit Fragebögen der Forschungsgruppe beantworten. Ein Viertel der Probanden nahm Cholesterinsenker, ein Drittel von ihnen Blutdruckmittel ein. Diese Medikation sollten sie während der Studiendauer beibehalten. Die Wissenschaftler führten regelmäßig Ultraschalluntersuchungen der Halsschlagader durch.
Am Ende des Versuchs waren nicht nur die Versuchsteilnehmer, sondern auch ihre Gefäße schlanker geworden: Die Arterienwand maß fünf Prozent weniger – in den Augen von Studienleiterin Iris Shai und Kollegen eine signifikante Verbesserung.

Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe verbesserten sich durch die reduzierte Ernährung auch der Blutdruck, die Cholesterin- und Homocysteinwerte – alles Faktoren, die auf die Gesundheit von Herz und Kreislauf wirken.

Die drei verschiedenen Diätansätze führten allezu gleich guten Ergebnissen. Daher gehen die Wissenschaftler davon aus, dass der Effekt durch die Gewichtsabnahme kam, nicht durch bestimmte Nährstoffe des einen oder anderen Ernährungsprinzips. Es hatte zuvor Vermutungen gegeben, dass eine kohlenhydratarme und eiweißreiche Diät den Gefäßen schaden könnte. Für das Team von Iris Shai hat die Studie den Beweis erbracht, dass nicht nur moderne Medikamente Gefäßablagerungen aufhalten können, sondern auch verschiedene Diäten, die das Gewicht reduzieren.

Quelle: Focus.de

Gesundheitscheck

Wir können einiges dafür tun, lange gesund und fit zu bleiben. Im Alltag ist das oft nicht einfach: Stress zehrt an den Nerven, Zeitmangel durchkreuzt die Pläne für gesunde Ernährung, der Schreibtisch hindert uns an ausreichender Bewegung. Doch auch bei gesunder Lebensweise kann es zu Erkrankungen kommen.
Ein Grund mehr, sich regelmäßig einem Gesundheitscheck zu unterziehen.

Obwohl unter gewissen Voraussetzungen sogar die Krankenkassen die Kosten für einen Gesundheits-Checkup übernehmen, sind wir eher Vorsorgemuffel. Dabei lassen sich mit den Untersuchungen der Gesundheitsvorsorge viele Erkrankungen frühzeitig erkennen. Findige Anbieter haben sich zu Nutze gemacht, dass wir zunehmend unter Stress stehen und wenig Zeit haben, auf der anderen Seite damit aber auch das Risiko für bestimmte Krankheiten wächst – und die Angst davor. Solche Privatkliniken verbinden entweder das Angebot für einen umfassenden Gesundheitscheck mit einem Wellness-Aufenthalt oder bieten die „Management-Checkup-Lösung“ an, bei der in wenigen Stunden das gesamte Vorsorgeprogramm – quer durch verschiedene ärztliche Disziplinen – durchgezogen wird. Doch auch der niedergelassene Arzt kann Untersuchungen zur Gesundheitsvorsorge durchführen oder verordnen – eine Variante, die ab dem 35. Lebensjahr alle 2 Jahre sogar von den Kassen übernommen wird, aber evtl. etwas längere Wartezeiten abverlangt. Zudem werden dabei nur Basiswerte erhoben; wer mehr wissen will, muss doch wieder ins eigene Portemonnaie greifen.
Der Basis-Gesundheitscheck
Wie bei jeder ärztlichen Untersuchung gehören auch hier ein Gespräch mit Erhebung von Vorerkrankungen, Risikofaktoren und Familiengeschichten sowie eine Ganzkörperuntersuchung zum Programm. Dazu wird Blut abgenommen und – ebenso wie der Urin – im Labor untersucht. Zudem werden der Blutdruck gemessen und eine Ruhe-EKG geschrieben. Dieser – von den Kassen bezahlte – Basis-Check-up gibt Aufschluss über den Gesundheitszustand vor allem bezüglich des Herz-Kreislauf-Systems und der Nieren sowie darüber, ob eine Zuckerkrankheit vorliegt. Oft wird dieser Check-up mit – je nach Alter unterschiedlichen – Krebsvorsorgeuntersuchungen zur Erkennung von Krebs gekoppelt. So wird beispielsweise nach Blut im Stuhl gefahndet und bei Männern evtl. zusätzlich der PSA-Wert bestimmt. Ist dieses „prostataspezifische Antigen“ erhöht, kann das ein Hinweis auf eine krankhafte Veränderung der Vorsteherdrüse sein – die durch eine Ultraschalluntersuchung näher beleuchtet werden kann.
Der umfassende Gesundheitscheck
Weitere Untersuchungen müssen – wenn sie nicht durch eine Verdachtsdiagnose begründet sind – aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Zur Beurteilung der Herz-Kreislauf-Situation wird ein EKG unter Belastung durchgeführt, meist auf einem Fahrradergometer. Bei Menschen (meist) ab dem 50. Lebensjahr wird in der Regel auch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens durchgeführt (Echokardiographie), ergänzt durch einen Ultraschall (Duplex) der Hirngefäße.

Die Funktion der Lunge wird mittels einer Spirometrie geprüft, die Bauchorgane werden mit Ultraschall durchgecheckt. Bei Menschen etwa ab 50 steigt das Risiko für Darmkrebs, weshalb eine Dickdarmspiegelung (Sigmoidoskopie) angebracht ist (und im Rahmen der Krebsvorsorge auch ab dem 55. Lebensjahr alle 10 Jahre von der Krankenkasse bezahlt wird). Manche Anbieter empfehlen bei Patienten über 55 sogar eine Spiegelung des gesamten Dickdarms (Koloskopie) – wozu wegen der erforderlichen Darmreinigung allerdings ein weiterer Untersuchungstag eingeplant werden muss.

Oft wird beim Check-up auch eine Prüfung von Augen und Ohren befürwortet: Beim Hörtest (Audiometrie) können erste Hinweise auf eine Altersschwerhörigkeit entdeckt werden. Bei der Spiegelung des Augenhintergrundes lassen sich Gefäßveränderungen entdecken, die zum Beispiel auf einen Bluthochdruck oder eine Zuckerkrankheit hinweisen, aber auch über den allgemeinen Gefäßstatus Aufschluss geben. Augenärzte empfehlen zudem eine Messung des Augeninnendrucks.

Für Frauen wird meist auch eine gynäkologische Untersuchung angeboten, die einen Abstrich, eine Ultraschalluntersuchung der Geschlechtsorgane und evtl. eine Untersuchung der Brust mittels Mammographie und Ultraschall umfasst. Sie bietet allerdings keinen Mehrwert zur üblichen Krebsvorsorge in der Frauenarztpraxis – außer dass sie an Ort und Stelle gleich „miterledigt“ werden kann. Immer sollte sich ein ärztliches Gespräch anschließen, bei dem die Befunde und Konsequenzen besprochen werden. Im besten Fall wird der Arzt den Betroffenen beraten und ihm mit konkreten Tipps dabei zu helfen, sich gesünder zu ernähren, mehr zu bewegen und entspannter zu arbeiten.

Quelle: Gesundheit.de

Hautpflege bei Kälte besonders wichtig

Unsere Haut braucht im Winter eine besondere Pflege, schließlich ist sie mit einer Fläche von bis zu zwei Quadratmetern das größte Organ unseres Körpers! Die Haut ist jedoch nur wenige Millimeter dick – und somit empfindlich. Gerade im Winter setzten eisige Temperaturen draußen und trockene Heizungsluft in den Innenräumen der Haut sehr zu. Auch die ständigen Temperaturschwankungen machen ihr Probleme. Dabei kann die Haut kann schon bei kühlen Temperaturen von plus acht Grad Schaden nehmen! Bei niedrigen Temperaturen produzieren die Talgdrüsen unserer Haut weniger Hautfett; bei extremer Kälte wird die Fettproduktion sogar ganz eingestellt. Genauso wie die Heizungsluft trocknet Kälte die Haut aus. Das Resultat ist eine trockene Haut, die spannt und juckt. Wenn die Haut dann Risse bekommt, können leicht Bakterien und Erreger eindringen und Entzündungen oder gar Herpes verursachen.
Deshalb ist es wichtig, die Haut ganz besonders in der kalten Jahreszeit gut zu pflegen und ihr genügend Feuchtigkeit zuzuführen. Dabei sollten allerdings Cremes auf Wasserbasis vermieden werden! Diese verdunsten zu schnell und können sogar zu Erfrierungen führen! Empfohlen werden deshalb fetthaltige Cremes mit pflanzlichen Ölen wie etwa Oliven-, Argan-, Nachtkerzensamen- oder Borretschsamenöl. Diese Cremes ähneln der natürlichen Lipidschicht in der Haut. Wirkstoffe wie Sheabutter oder Linolsäure schützen gegen Kälte; Urea (Harnsäure) und Panthenol binden die Feuchtigkeit. Eine trockene Haut neigt auch eher dazu, Fältchen zu bilden. Auch können unschöne Flecken, Schuppen oder andere Hautirritationen entstehen. Feuchtigkeitsspender mit Meeresextrakten und Thermalwasser beruhigen eine gestresste Winterhaut.

Aber nicht nur Pflegemittel und Kosmetika helfen unserer Haut im Winter gesund und schön zu bleiben, auch naturheilkundliche Massnahmen wie zum Beispiel Saunagänge, Wechselbäder oder Massagen tragen dazu erheblich bei. Sie regen die Durchblutung der Haut an und machen sie so gegen äußere Einflüsse unempfindlicher.

Quelle: Heute-gesund-leben.de

Therapie nach Schlaganfall- Singend zur Sprache

Mit einer neuen Therapie haben US-Forscher Schlaganfall-Patienten ihre Sprache zumindest teilweise zurückgegeben.

Menschen, deren Sprachzentrum bei einem Gehirnschlag zerstört wurde, können nach Angaben von US-Forschern singend ihre Sprache zurückgewinnen. Auf einer Tagung der US-Forschungsvereinigung AAAS (American Academy for the Advancement of Science) präsentierte der Neurologe Gottfried Schlaug von der Harvard Universität Videoaufnahmen, in denen Patienten nach einem Schlaganfall zwar nicht sprechen, einzelne Satzteile jedoch singen können. So ist in einem Video ein Mann zu sehen, der aufgefordert wird, Textzeilen des Liedes “Happy Birthday” aufzusagen. Dies gelingt ihm jedoch erst, als er sie singt.
Während das Sprachzentrum auf die linke Hirnhälfte beschränkt ist, aktiviere Musik beide Seiten des Hirns, erläuterte Schlaug den Effekt. Über die Musik könnten Patienten so wieder sprechen lernen. Hirnaufnahmen zeigten, dass die von der Musik angesprochenen Zentren neue Verbindungen im Hirn knüpfen.
In der von Schlaug vorgeschlagenen Musiktherapie lernen die Patienten zunächst etwa hundert Sätze wie “Ich bin hungrig”, “Ich habe Durst” und “Ich muss auf die Toilette”. Er habe aber schon Patienten erlebt, die nach der Therapie so weit waren, dass sie eine öffentliche Rede halten konnten, sagte der Neurologe.

Nachteil der Therapie ist Schlaugs Worten zufolge, dass sie mindestens 75 Sitzungen erfordert. Allerdings könnten auch Verwandte oder Freunde das Verfahren erlernen und täglich mit den Patienten trainieren.

 Quelle: Sueddeutsche.de

Chlamydien: Jährlich testen lassen

Frauen bis zu 25 Jahren sollten sich einmal pro Jahr auf Chlamydien testen lassen. Da ihre Immunabwehr im Genitalbereich noch nicht ausgereift sei, hätten sie ein erhöhtes Infektionsrisiko, erklärt der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) in München.

Das jährliche Chlamydien-Screening sei auch für Frauen sinnvoll, die keine Beschwerden haben. Denn diese treten in der Regel erst 5 bis 21 Tage nach der Infektion auf. In manchen Fällen betrage die Inkubationszeit bis zu sechs Wochen. Da die Bakterien sexuell übertragen werden, schützen Kondome wirksam vor Infektionen.

Werden Chlamydien rechtzeitig entdeckt, können sie laut BVF gut mit Antibiotika behandelt werden. Dabei sollte sich auch der Sexualpartner behandeln lassen, damit die Bakterien nicht erneut durch Geschlechtsverkehr übertragen werden. Unbehandelt können Chlamydien schwere gesundheitliche Schäden bis zur Unfruchtbarkeit verursachen. Anzeichen für eine Infektion können Unterbauchbeschwerden, gelblicher Ausfluss, Juckreiz, Brennen beim Wasserlassen sowie Blutungen und Fieber sein.

Quelle:  Onmeda.de

Die Grippe hinterlässt ein wehrloses Immunsystem

Warum geht eine Grippe häufig mit lebensbedrohlichen Folgeinfektionen einher, die nicht auf die Grippeviren selbst zurückgehen? US-Forscher haben erstmals herausgefunden, warum sich krankheitserregende Bakterien nach einer Infektion mit dem Grippe-Virus so leicht im Körper einnisten können.
US-Forscher haben mit Hilfe eines Maus-Modells herausgefunden, warum eine Grippe so häufig mit lebensbedrohlichen Folgeinfektionen einhergeht: Der Schaden, den die Grippeviren am Lungengewebe anrichten, löst im Körper eine Stressantwort aus – und die unterdrückt wiederum die Abwehrreaktionen, die das Immunsystem normalerweise gegen eine folgende Infektion mit Bakterien einleiten würde. Daher können sich Krankheitserreger nach einer Grippe sehr viel leichter einnisten, vermehren und sogar im ganzen Körper ausbreiten als sonst.

Die verantwortliche Stressreaktion zu unterdrücken, ist allerdings auch kein Ausweg aus der Bredouille: Fehlt sie, kann der Körper die Entzündung in der Lunge nicht unter Kontrolle halten, und der Angriff mehrerer Erreger endet sogar noch häufiger fatal. Die Wissenschaftler um Amanda Jamieson von der Yale-Universität in New Haven stellen ihre Entdeckung im Fachblatt „Cell Host & Microbe“ vor.

Die Todesfälle nach Infektionen mit Grippe-Erregern, den Influenza-Viren, gehen sehr häufig gar nicht auf die Viruserkrankung selbst zurück, sondern auf folgende Infektionen mit Bakterien. Besonders gefährdet sind dabei natürlich die ohnehin schon geschwächten Atemwege. Aber auch so genannte systemische Infektionen, bei denen sich die Bakterien im ganzen Körper ausbreiten, kommen überdurchschnittlich häufig vor - warum, wurde bislang kaum untersucht.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Gruppen entschieden sich die Amerikaner daher jetzt dafür, nicht die lokale, sondern die allgemeine Reaktion des Immunsystems auf eine Influenza-Infektion zu beobachten. Ihre These: Die Bekämpfung eines Virus erfordert so viele Veränderungen und Umbauten im Immunsystem, dass eine nachfolgende Konfrontation mit einem zweiten Erreger zwangsläufig auch eine veränderte Immunantwort hervorrufen muss.
Die Wissenschaftler infizierten also Mäuse mit Influenza-Viren und steckten sie einige Tage später mit Bakterien an, die vor allem die Leber befallen. Tatsächlich war der Verlauf der Erkrankung bei dieser Co-Infektion völlig anders als bei Mäusen, die jeweils nur mit einem Erreger fertig werden mussten. Das Hauptproblem: Die typischen Abwehrmaßnahmen vor Ort in der Leber liefen nur sehr schleppend, wenn überhaupt an.

Schuld daran ist anscheinend ein erhöhter Stresshormonspiegel, den der Mäusekörper als Reaktion auf die Grippe-Schäden an der Lunge bildet. Da Cortisol und Co bekanntermaßen entzündungshemmend wirken, scheint eine Erhöhung des Spiegels in einer solchen Situation auf den ersten Blick unsinnig zu sein.
Offenbar ist sie aber überlebenswichtig, entdeckten die Forscher: Unterdrückten sie nämlich die Stresshormonbildung, lief die Entzündungsreaktion in der Lunge Amok, sobald die Mäuse mit Viren und Bakterien infiziert wurden. Die Folge: Das Lungengewebe wurde zerstört und die Tiere starben.

Um bessere Behandlungsmöglichkeiten für Co-Infektionen zu entwickeln, müsse also nach einer Möglichkeit gesucht werden, die bakterielle Abwehr wieder anzukurbeln, ohne das Immunsystem außer Kontrolle geraten zu lassen, so die Forscher.

Quelle: Welt.de

Schlafprobleme - Fast jeder zweite betroffen

Wie jetzt eine aktuelle Umfrage ergeben hat, leidet fast jeder zweite in Deutschland unter Schlafstörungen. Fast zwei Drittel der Befragten gab an, unter Einschlafproblemen zu leiden. Ein weiteres Drittel hat Durchschlafprobleme und fast jeder Fünfte wird zu früh wach. Wenn Schlafprobleme nicht ärztlich untersucht werden, kann es langfristig zu psychischen Problemen führen, bis hin zu Depressionen. Werden Schlafmittel zur eigenen Behandlung der Schlafprobleme eingesetzt, so haben diese Nebenwirkungen und die weitere Kontrolle bedarf einer ärztlichen Untersuchung. Wichtig ist auch den Ursachen nachzugehen, denn diese sind vielleicht nicht nur auf organische sondern auch auf psychische Erkrankungen zurückzuführen. Schlafstörungen sollten deshalb nicht unterdrückt oder ignoriert werden.

Quelle: Gesundheit-aktuell.de

Alkohol fördert Sodbrennen

Der Verzicht auf Alkohol beugt Sodbrennen vor. Denn Alkohol regt im Magen die Säureproduktion an und entspannt die Muskeln. Dadurch arbeitet laut einem Experten der Magenschließmuskel womöglich nicht mehr richtig und Magensäure steigt in die Speiseröhre auf.

Ähnlich wirken scharf gewürzte, stark angebratene, frittierte oder besonders fette Speisen, erklärt Harald Seitz vom Verbraucherinformationsdienst aid in Berlin. Vor allem beim Abendessen lohne sich der Verzicht: Nachts läuft die Verdauung langsamer als am Tag. Wer dennoch Sodbrennen bekommt, kann Milch trinken oder Naturjoghurt essen, um die Beschwerden zu lindern. Auch zu Brei gekaute Nüsse oder Mandeln helfen, ebenso Magen-Darm-Tees.

Quelle: Onmeda.de

Schmerztherapie - ein Stiefkind der Medizin

Viele Menschen fürchten sich davor, krank zu werden. Aber fast jeder hat Angst vor Schmerzen. Schmerz ist zunächst ein Schutzmechanismus: Er signalisiert uns, dass etwas nicht stimmt in unserem Körper. Vergeht die Ursache, doch der Schmerz bleibt, wird er selbst zur Krankheit – und oft zum langen Leidensweg für die Betroffenen.
10 Millionen Betroffene in Deutschland
Allein in Deutschland leiden laut der Deutschen Schmerzliga rund acht bis zehn Millionen Menschen an chronischen Schmerzen. Aber nur ein kleiner Teil davon befindet sich in angemessener Behandlung. Denn es fehlt an Einrichtungen und Spezialisten auf diesem recht jungen Gebiet der Medizin. Bis vor wenigen Jahren war die Schmerztherapie noch nicht einmal Prüfungsfach im Studium. Manche Ärzte nehmen die Beschwerden ihrer Patienten daher nicht ernst genug. Schmerz – oft ohne erkennbare organische Ursache – wird nicht selten als Einbildung oder „Psychokram“ abgetan oder als etwas, mit dem der Patient selbst fertig werden muss. Oft sind es aber auch die Betroffenen selbst, die sich nicht oder nicht mehr in Behandlung begeben – aus Angst, als Versager, Simulant oder „Psycho“ zu gelten oder auch aufgrund schlechter Erfahrungen mit Therapeuten.

Vielfältige Ursachen von Schmerzen
Akuter Schmerz ist ein Schutzmechanismus und verschwindet deshalb meist nach Stunden oder wenigen Tagen – zusammen mit seinem Auslöser. Der chronische Schmerz dagegen überdauert seine Ursache um Monate oder sogar Jahre und wird damit selbst zur Krankheit. In den letzten Jahren werden Schmerzen nicht nur nach den auslösenden Krankheiten, sondern auch nach den Mechanismen der Schmerzentstehung unterschieden. So gibt es beispielsweise den entzündungsbedingten Schmerz, den Nervenschmerz oder den Tumorschmerz. Dies ist – neben der Schmerzstärke – auch für eine adäquate Therapie wichtig. Zu Schmerzen, die chronisch werden können, zählen:

* Kopfschmerz (auch Spannungskopfschmerz)

* Migräne

* Medikamenten-Kopfschmerz

* Schmerzen des Bewegungsapparats wie Kreuz- und Wirbelsäulenschmerzen, Muskelschmerzen

* Rheumaschmerzen

* Neuralgien (Nervenschmerzen, z. B. Trigeminusneuralgien)

* Phantomschmerzen nach Amputationen

* Schmerzen in Folge von Tumoren

Nervenzellen lernen
Überträger des Schutzreizes Schmerz sind die Nervenbahnen. Früher gingen die Wissenschaftler davon aus, dass Nerven – ähnlich wie ein Stromkabel – einfache Signalstrecken sind, deren einzige Aufgabe es ist, die Reize weiterzuleiten. Heute weiß man, dass Nerven auch über ein so genanntes Schmerzgedächtnis verfügen: Je länger und häufiger sie einen Schmerzreiz übertragen, desto größer ist die Gefahr, dass sich der Schmerz verselbstständigt, chronisch und somit zur eigenständigen Krankheit wird. Eine frühzeitige ausreichende Linderung akuter Schmerzen ist darum sehr wichtig, um die Ausbildung eines Schmerzgedächtnis zu vermeiden und Folgen einer chronischen Schmerzerkrankung wie Depressionen und soziale Vereinsamung zu verhindern.

Schmerzen sind kein Schicksal
Leiden Sie seit längerem unter Schmerzen, sollten Sie sich zuerst Ihrem Hausarzt anvertrauen. Dieser kann Sie auch zu einem Facharzt für Schmerztherapie oder in ein Schmerzkrankenhaus überweisen. Finden Sie sich auf keinen Fall einfach damit ab, dass Sie unter Schmerzen leiden. Schmerzen sind kein Schicksal – sie sind eine Krankheit, die geheilt werden kann. Hilfreich ist es, wenn Sie bereits ein Schmerztagebuch anlegen und dieses zur ersten Beratung mitbringen. Zeichnen Sie darin Art und Häufigkeit des Schmerzes exakt nach Tageszeit und Aktivität auf (Ist es morgens oder abends schlimmer? Besserung oder Verschlechterung durch Bewegung? Etc.) Wichtig ist, dass im Arzt-Patienten-Gespräch auf die Ursachen des Schmerzes eingegangen wird. Denn oft ist bereits ein Teufelskreis zwischen Ursache und Wirkung entstanden: zum Beispiel Schmerzen durch Muskelverspannung und wiederum Muskelverspannung durch Schmerz. Hier einzugreifen und mit Ihnen zusammen diesen Kreis zu durchbrechen, ist Aufgabe des Schmerztherapeuten.

Je nach Ursache eine andere Therapie
Chronische Schmerzen sind ein komplexes Krankheitsbild mit verschiedenen Auslösern, das in der Regel eine individuell angepasste und mehrgleisige Therapie erfordert. So geht es nicht nur darum, den Schmerz zu bekämpfen, sondern auch, die Lebensqualität positiv zu beeinflussen und weiteren Schmerzattacken vorzubeugen. Migränepatienten beispielsweise brauchen eine eingehende Beratung, um die Risikofaktoren, die einen Anfall auslösen, zu vermindern. Hierzu gehören auch eine bewusste Ernährung, das Aufgeben von Rauchen und Alkoholgenuss und ein geregelter Schlafrhythmus. Eine medikamentöse Therapie (oft als Kombination mehrerer Substanzen) ist in den meisten Fällen hilfreich. Sie dient nicht nur dazu, die Schmerzen zu verringern, sondern hilft vor allem dem von chronischen Schmerzen Betroffenen dabei, wieder aktiv zu werden und so auch fit genug für weitere Maßnahmen zu sein. Zum Einsatz kommen Schmerzmittel und entzündungshemmende Mittel für leichte bis mittelstarke und Opiate für starke Schmerzen, daneben auch pflanzliche Arzneimittel (Weidenrinde, Teufelskralle, Brennnesselblätter), Antidepressiva sowie krampflösende Medikamente (Antikonvulsiva) bei Nervenschmerzen. Neben wirkungsvollen Medikamenten stehen auch andere Therapiearten zur Verfügung, um Schmerzen zu lindern oder zu beseitigen. Physiotherapie, Massagen, medizinische Bäder oder Reizstrom (v. a. TENS = transkutane elektrische Nervenstimulation) sind einige davon. Auch die Akupunktur hat sich als wirksam erwiesen. Sie wird in vielen Fällen ganz oder teilweise von den Krankenkassen übernommen; für Kniegelenkarthrosen und Rückenschmerzen ist sie in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen. An anderen alternativen Heilmethoden stehen dem Schmerztherapeuten zur Ergänzung des Therapiekonzepts unter anderem auch die Chiropraxis, die Osteopathie und die Dorn-Therapie zur Verfügung. Diese Methoden befassen sich mit der Mechanik des Körpers und können durch bestimmte Einflüsse auf Muskeln, Gelenke und Nervenknoten zur Linderung von Verspannungen und Schmerzen beitragen. Eine Methode, die in vielen Fällen bei chronischen Schmerzen hilft, ist das Bio-Feedback-Verfahren. Hier lernen die Betroffenen, sich der Vorgänge in ihrem Körper bewusst zu werden und sie so zu steuern, dass die Schmerzen weniger werden. Danben gibt es noch einige sog. invasive Verfahren, bei denen entweder Medikamente zur örtlichen Betäubung gespritzt, Schmerzmittelpumpen eingesetzt oder „Nervenschrittmacher“ (Rückenmarkstimulation = engl. spinal cord stimulation, SCS) eingepflanzt werden.

Die Psyche nicht vergessen
Chronischen Schmerzen betreffen nicht nur den Körper, sondern sie schränken die Lebensqualität ein, können den Geist zermürben und zu Depressionen bis hin zu Selbstmordgedanken führen. Die psychologische Komponente der Schmerztherapie darf darum in keinem Fall außer Acht gelassen werden. Oft gelingt es über die Auseinandersetzung mit der Schmerz-Erkrankung, den Alltag mit Schmerzen besser zu bewältigen und den Teufelskreis der Schmerzentstehung zu durchbrechen. In vielen Praxen werden spezielle Programme für die psychologische Betreuung von Schmerzpatienten angeboten. In Selbsthilfegruppen und Internet-Foren können sich Betroffene untereinander austauschen, Rat und Hilfe weitergeben und das Gefühl erleben, mit ihrer Krankheit nicht alleine dazustehen. Ein wichtiger Baustein sind auch Entspannungsverfahren wie autogenes Training oder die progressive Muskelrelaxation, die sich gleichzeitig auf Psyche und Körper positiv auswirken.

Strenge Standards für Schmerzzentren
Schmerztherapeutische Einrichtungen in Deutschland gibt es erst seit wenigen Jahren. Sie befassen sich mit der Vorbeugung, Diagnostik und Therapie chronischer Schmerzkrankheiten und müssen bestimmte Anforderungen und Standards erfüllen. Nur dann wird die Erlaubnis erteilt, sich als „Facheinrichtung für Schmerzpatienten“ zu bezeichnen. In Schmerzkrankenhäusern, Schmerzambulanzen oder Schmerzpraxen arbeiten Therapeuten aus mindestens drei medizinischen Fachgebieten sowie für Schmerztherapie qualifizierte Psychologen und Physiotherapeuten interdisziplinär zusammen. Wo Schmerzzentren und Spezialisten in Ihrer Nähe sind, finden Sie beim Hausarzt, bei der Ärztekammer oder im Internet. Warten Sie nicht – niemand muss mit Schmerzen leben!

Quelle: Gesundheit.de