Unser Lebensstil macht dick. So lautet die Botschaft aus Medizin und Politik. Doch welche Faktoren das Körpergewicht wirklich aus dem Ruder laufen lassen, ist bis heute nur in Ansätzen bekannt. Eine gestörte Appetitregulation kann mit ein Grund sein.
Die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Adipositas ist in den letzten 30 Jahren enorm angestiegen: bei den 6- bis 11-Jährigen hat sich die Prävalenz verdoppelt, bei den 12- bis 17-Jährigen sogar verdreifacht. Etwa 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind so schwer, dass ihr Gewicht die 97er Perzentile überschreitet. Bei Erwachsenen entspricht dies einem Body-Mass-Index (BMI) von 30. Sie leiden unter der Diskriminierung durch Klassenkameraden und Gesellschaft und müssen zudem mit ernsten Folgeerkrankungen wie Hypertonie oder Fettleber rechnen. Untersuchungen an der Berliner Charité an mehr als 1000 Kindern und Jugendlichen zeigen, dass bereits bei 38 Prozent der Betroffenen die Glucosetoleranz gestört ist und knapp 6 Prozent unter einem Typ-2-Diabetes leiden.
Wie stark der Einfluss der Umwelt auf das Körpergewicht ist, zeigen Untersuchungen bei Ratten. Sie lassen sich darauf trainieren, rund 20 Prozent mehr zu futtern, als für ihre tägliche Energieaufnahme nötig wäre. Erklingt ein bestimmter Ton fangen die Tiere automatisch an zu fressen, wenn sie zuvor darauf konditioniert wurden. Auch eine Stimulierung mit Bildern und Gerüchen ist möglich. Menschen kennen zudem den sogenannten Dessert-Effekt: Je mehr Gänge eine Mahlzeit hat, desto mehr kann eine Person zu sich nehmen……
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