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Neurodermitis: immer gut eincremen
Von sunnyapo | 25.Januar 2008
Kaum vier Wochen nach der Geburt zeigten sich die ersten rot-entzündeten, schuppigen Flecken auf den Wangen der kleinen Britt. “Neurodermitis” lautete die knappe Diagnose der Kinderärztin: eine gefürchtete, aber dennoch sehr häufige Krankheit im Kindesalter. Die Nachricht über diesen Befund traf die Eltern nicht ganz unerwartet, denn Britts älterer Bruder David, mittlerweile Grundschüler, hatte als Baby die gleichen Hautprobleme. Bei ihm verschwand die Neurodermitis jedoch nach zwei Jahren wieder. Das gebe es häufig, erklärte die Kinderärztin. Hierzulande leiden etwa 15 bis 20 Prozent aller Kinder zumindest zeitweise unter dieser stark juckenden und schubweise verlaufenden Hautkrankheit, allerdings heilt sie bei vielen bis zur Pubertät aus. Nur etwa vier bis sechs Prozent aller Erwachsenen sind noch davon betroffen.
Milchschorf als Vorbote
Bei Kleinkindern beginnt die Neurodermitis oft im Gesicht, um sich später auf andere Körperbereiche wie Brust, Rücken, Po oder Kopfhaut auszuweiten. Im weiteren Verlauf zeigen sich entzündete Stellen ganz typisch auch an den Beugeseiten der Gelenke. Der sogenannte Milchschorf, ebenfalls ein entzündlicher, juckender Ausschlag auf der Kopfhaut und im Gesicht von Säuglingen, kann das erste Stadium einer Neurodermitis darstellen. In etwa der Hälfte der Fälle verliert er sich jedoch innerhalb des ersten Lebensjahres.
An erster Stelle der Ursachen für Neurodermitis steht die Vererbung. Kinder, deren Mutter und/oder Vater Allergiker sind, bekommen die Neigung dazu sprichwörtlich in die Wiege gelegt. Zur Vorbeugung empfehlen Ärzte, Säuglinge sechs Monate voll zu stillen oder, falls das nicht möglich sein sollte, mit hypoallergener (HA) Nahrung zu füttern.Bei Babys spielen auch Allergien zum Beispiel gegen Hausstaubmilben oder Nahrungsmittel eine große Rolle. Es gibt jedoch keine allgemeingültige Neurodermitis-Diät, denn die Auslöser sind einfach zu vielfältig. Experten raten, zu Hause keine Auslassversuche mit verschiedenen Nahrungsmitteln in Eigenregie zu machen, sondern mögliche Unverträglichkeiten allergologisch abklären zu lassen.
Einreiben, einreiben, einreiben
Da die Haut von Neurodermitis-Kindern oft sehr trocken ist, gehört das Eincremen mit feuchtigkeitsspendenden und rückfettenden Präparaten zur Grundlage jeder Behandlung. Im Falle eines Krankheitsschubes können dann zusätzlich entzündungshemmende Wirkstoffe wie etwa Kortison, Tacrolimus oder Pimecrolimus äußerlich zum Einsatz kommen. Um zu verhindern, dass sich die Kinder nachts wund krat-zen, gibt es spezielle Strampelanzüge oder Handschuhe aus Baumwolle.
Britts Eltern beschlossen, ihre Kenntnisse über die Krankheit und die Behandlung ihrer Kleinen in einer Neurodermitis-Schulung aufzufrischen. Auch der in Sachen Neurodermitis erfahrene David ist dabei und hilft regelmäßig beim Eincremen seiner kleinen Schwester.
Homöopathischer Tipp
Gegen Neurodermitis werden auch homöopathische Mittel eingesetzt. Dazu gehören unter anderem Sulfur D6, Rhus toxicodendron D6 oder Urtica D2. Sie sollen den Juckreiz und die Entzündung der Haut lindern. Fragen Sie Ihren Kinderarzt, welches Mittel geeignet ist.
Quelle: Neue Apotheken Illustrierte
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