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So kommt das Aus für die Laus

Written By: sunnyapo - Feb• 05•08

Der Lieblingskuschelteddy muss bei Läusealarm nicht mehr in die Tiefkühltruhe. Das für Infektionen aller Art zuständige Robert Koch-Institut (RKI) hat aktuelle Richtlinien veröffentlicht, was sich erfolgreich gegen Läuse tun lässt.
“Kopfläuse sind keine Schande!” Das betont Dr. Michael Forßbohm vom Gesundheitsamt Wiesbaden. Niemand müsse sich deswegen schämen. Problematisch werde es, wenn man Kopflausbefall verschweigt. Denn das trage dazu bei, dass sich die kleinen Plagegeister verbreiten, so der Experte. Hat man Läuse im Haar entdeckt, sollten zwei Dinge unverzüglich erfolgen: Zum einen gilt es mit Hilfe geeigneter Mittel, die ungebetenen Gäste zu bekämpfen. Zum anderen soll man mögliche Kontaktpersonen informieren. Denn nicht immer juckt ein befallener Kopf.
Entgegen früherer Empfehlungen spricht sich das Robert Koch-Institut nicht mehr dafür aus, auf Verdacht alle Kontaktpersonen mit Kopflausmitteln zu behandeln. Das sei erst notwendig, wenn wirklich Läuse auftauchen. Wichtig für kleine Patienten: “Kein Kind muss zu Hause bleiben, wenn die Behandlung mit Läusemitteln durchgeführt wurde, denn es besteht dann keine Ansteckungsgefahr mehr!” Darauf weist Forßbohm ausdrücklich hin. Gegenwärtig sind laut dem Robert Koch-Institut als Arzneimittel für eine Kopflausbehandlung, die Wirkstoffe Allethrin, Permethrin beziehungsweise Pyrethrum zugelassen. Außerdem gibt es ein Läuseshampoo, das Sojäöl und Auszüge aus Kokosöl enthält. Ein neu auf den Markt befindliches Produkt arbeitet mit dem Wirkstoff Dimeticon. Lindan darf nach einer Entscheidung der EU-Kommission seit 2008 in Medikamenten nicht mehr verwendet werden. Als zuverlässig hat sich eine Kombination aus Medikamenten und nassem Auskämmen erwiesen. “Die Anweisungen der Gebrauchsinformation muss man in jedem Fall genau befolgen”, betont Forßbohm. Zuweilen treten Anwendungsfehler auf, die letztlich dazu führten, dass Behandlungen unnötig wiederholt werden müssten. Das liegt vor allem an:
- zu kurzen Einwirkzeiten
- zu sparsamem Auftragen des Mittels
- einer ungleichmäßigen Verteilung des Mittels
- Verwendung in zu nassem Haar
- Unterlassen der Wiederholungsbehandlung
Geduld und ein scharfes Auge
Besonders beim Auskämmen ist große Sorgfalt an den Tag zu legen. Als besonders effektiv hat sich das nasse Auskämmen mit Haarpflegespülung und Läusekamm gezeigt. Die Spülung hemmt die Beweglichkeit der Läuse. Durch Ausstreichen des Kammes auf einem hellen Tuch sieht man die kleinen Insekten besser. So eignet sich das Verfahren auch als Diagnosehilfe. “Man geht Strähne für Strähne vor und kämmt so lange, bis keine Spülung mehr im Kamm hängen bleibt”, erläutert der Experte.
Leichter als die Läuse finden sich deren Eier, auch Nissen genannt. Mit einer speziellen Klebemasse haften sie fest an den Haaren in unmittelbarer Nähe der Kopfhaut, bevorzugt an Stellen hinter den Ohren sowie in Schläfen- und Nackennähe. Nissen, die nicht in Kopfhautnähe, sondern weiter als einen Zentimeter von der Kopfhaut entfernt haften, weisen auf einen früheren Befall hin. In den allermeisten Fällen sind sie abgestorben oder leer und daher kein Grund zur Behandlung.
Und der Teddy?
Früher hieß es für die Kuscheltiere von Kindern bei Lausverdacht: wochenlange luftdichte Quarantäne in Müllsäcken oder gar in der Tiefkühltruhe. Inzwischen empfiehlt das RKI eine “Plastiktütenauszeit” von nur noch drei Tagen. “Läuse benötigen den Kopf des Menschen als Wirt”, betont Forßbohm. “Sie verlassen ihn freiwillig nicht. Ohne Blut zu saugen, überlebt eine Laus höchstens drei Tage.”Daher müsse man die Köpfe behandeln, nicht die Kopfstützen oder Kindersitze.
Zur Bekämpfung von Läusen gibt es unterschiedliche Arzneimittel und Medizinprodukte. Und auch Läusekämme gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Die Apotheken halten alles Notwendige vorrätig, beraten ausführlich zu den einzelnen Produkten und geben weitere nützliche Tipps.

*Quelle: Neue Apotheken Illustrierte*

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