1-apo
  • Facebooklogo2

    Werde jetzt ein Fan von 1-apo.de auf Facebook und erhalte alle Neuigkeiten direkt auf deinen Account.
    Hier geht es zu
    1-apo | Facebook

  • RSS 1-apo bei Twitter

  • Kooperationspartner Lensspirit

  • « | Home | »

    Lebererkrankungen – bis zur Diagnose oft eine Odyssee

    Von sunnyapo | 7.Mai 2008

    Leberkranke werden oft ausgegrenzt und sehen sich mit Vorurteilen konfrontiert: Denn viele Menschen sehen die Erkrankung nur in Verbindung mit einem Alkohol- oder Drogenproblem. Oder sie wird – vor allem in den Medien – als hoch ansteckende, alles überrollenden Seuche hochstilisiert.

    Ein weiteres Problem ist, dass viele chronische Lebererkrankungen erst spät erkannt werden und dann ernste Spätfolgen wie Zirrhose und Leberkrebs drohen. Das liegt vor allem daran – und das ist das Tückische an vielen Lebererkrankungen -, dass die Symptome (Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Völlegefühl im Oberbauch, depressive Verstimmungen) eher unspezifisch sind und nicht eindeutig in Richtung Leber weisen.

    Problematisch ist auch, dass erhöhte Leberwerte bei Hausärzten oft als Kavaliersdelikt gesehen werden und weitere Untersuchungen ausbleiben. Meist bleibt es bei der Empfehlung, den Alkohol wegzulassen – Patienten mit anderen Erkrankungen haben oft eine jahrelange Odyssee von Arzt zu Arzt hinter sich, bis ihre Erkrankung diagnostiziert wird.

    Ein weiteres Problem: Impfmüdigkeit

    Ein schwerwiegendes Problem ist die Impfmüdigkeit, die immer weiter um sich greift: Denn die Hepatitis B ließe sich in Deutschland ausrotten, wenn mehr Leute gegen diese Hepatitis-Form geimpft wären. Zwar wird eine akute Hepatitis B in den meisten Fällen vom Körper erfolgreich bekämpft; wenn sie aber länger als sechs Monate andauert, wird sie chronisch. Für etwa ein Drittel der chronischen Hepatitis-B-Träger drohen Spätfolgen wie Zirrhose und Leberkrebs.

    Die ausbleibende Prävention, das Verschleppen von Diagnosen und geeigneten Therapien ist nicht nur eine menschliche Tragödie für die Betroffenen, sondern auch eine gewaltige Belastung für die Wirtschaft. In den nächsten 10-20 Jahren rechnet man mit einer Kostenexplosion im Gesundheitssystem, wenn Patienten mit Spätfolgen behandelt werden müssen. So übersteigen z.B. die Kosten einer Lebertransplantation die Kosten einer frühzeitigen Therapie mit Medikamenten um ein Vielfaches.

    Im Frühstadium gut zu behandeln

    Gerade im Frühstadium sind viele Lebererkrankungen gut behandelbar. Fakt ist auch: Viele Hepatitis-Erkrankungen sind inzwischen heilbar oder zumindest kontrollierbar geworden.

    So kann eine chronische Hepatitis C inzwischen in etwa der Hälfte aller Fälle durch eine Therapie mit Peg-Interferon und Ribavirin eliminiert werden. Bei einer chronischen Hepatitis B stehen inzwischen drei verschiedene Therapien zur Verfügung (Interferon, Lamivudin und Adefovir), mit denen man die Erkrankung in Schach halten kann.

    Auch gibt es inzwischen ein funktionierendes Netzwerk von Ärzten und Patientenorganisationen: So arbeitet das staatlich geförderte Kompetenznetz-Hepatitis Hand in Hand mit dem Verband BAG Leber e.V., in dem Patientenorganisationen und Selbsthilfegruppen vertreten sind.

    Topics: Niere - Leber - Galle | Kein Kommentar »

    Kommentare geschlossen.