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RSI-Syndrom – Mausarm durch Computer
Von sunnyapo | 15.Mai 2008
Gerade jetzt, wenn Sie diesen Text lesen, führen Sie vermutlich eine sehr einseitige Bewegung aus: die Hand umschließt die Maus, einzig der Zeigefinger krümmt sich, drückt auf die linke Maustaste, klick, entspannt kurz, krümmt sich, klick, und das immer so weiter. Bei vielen Menschen, die tagtäglich vor dem Bildschirm arbeiten, geht das tausend Mal so. Schon Microsoft warnte 1989 vor den gesundheitlichen Folgen exzessiver Mausbenutzung.
Schmerzen in Hand, Arm, Schulter und Nacken können eine Folge vom monotonen Arbeiten mit der Computermaus sein. Ursache ist fast immer eine schlechte Haltung kombiniert mit Stress, denn der PC verordnet von sich aus keine Pausen. Aber man kann vorbeugend etwas gegen das so genannte RSI-Syndrom tun.
Ergonomische Arbeitsplätze sollten auch zu Hause geschaffen werden
Schmerzen stellen sich irgendwann ein, wenn die Maus zu weit vom Körper weg liegt, wenn z.B. der Arm allzu sehr gestreckt wird. Das ist auch dann der Fall, wenn man scheinbar entspannt im Stuhl zurückgelehnt im Internet surft. Dabei wird nämlich die Schulter-Arm-Muskulatur dauerhaft belastet. Je weiter man sich zurücklehnt, desto stärker werden Ellenbogen und Handgelenk belastet. Viele lassen die Maus gar nicht mehr los, um möglichst schnell wieder klicken zu können. Aber viele nehmen anfängliche leichte Schmerzen nicht ernst, obwohl daraus Dauerschäden entstehen können.
Schmerzen im Arm deuten auf das RSI-Syndrom
Arbeitswissenschaftler erwarten zukünftig eine erhebliche Zunahme von Beschwerden, die unter dem Namen RSI, die Abkürzung für Repetitive Strain Injury, dt. “wiederholte Belastungs-Verletzung”, bekannt ist. Dazu zählen neben dem Mausarm im weitesten Sinne alle Skelett- und Muskelerkrankungen sowie Sehstörungen, die durch Monitore verursacht werden. Mehr als 60 Prozent der Menschen, die täglich über drei Stunden am PC arbeiten, klagen über Beschwerden. Bei RSI-Symptomen handelt es sich sehr häufig um nicht mehr heilbare Micro-Verletzungen und Gewebsveränderungen, die sich in Störungen wie leichten Schmerzen, Kraftlosigkeit und Verspannungen bis hin zu Sehnenscheidenentzündung oder Überbein äußern. Extreme Fälle von RSI erlauben erkrankten Personen kaum mehr das schmerzfreie Halten einer vollen Tasse Kaffee.
Auch die Tastatur verursacht Verkrampfungen
Aber nicht nur die Maus verursacht Probleme. Auch das Eintippen von Daten über die Tastatur kann RSI-Symptome hervorrufen. Immerhin bringen es besonders Geübte auf bis zu 80.000 Anschläge pro Tag – diese jedoch benutzen alle Finger. Der Durchschnitts-Surfer begnügt sich mit den Zeigefingern, der ein oder andere Finger kommt gelegentlich hinzu – und schon tritt auch hier eine recht einseitige Belastung auf. Im Gegensatz zur Schreibmaschine fallen natürliche Pausen wie das Wechseln des Papiers oder das Korrigieren mit TippEx weg. Die meist brettförmige Tastatur zwingt den Schreibenden fast immer zum falschen Sitzen. Automatisch ziehen sich die Schultern zusammen, der Schulter-Nacken-Bereich verkrampft sich. Die Sehnen in den Handgelenken wird oft zu stark umgelenkt, und das verursacht zuviel Reibung – Entzündungen sind die Folge. Computer sind, ohne dass es jedem so bewusst ist, eine psychische Belastung, denn sie fordern grundsätzlich zum Weitermachen auf. Immer wieder gibt es Aktionen, Befehle, Fragen, beim Spielen gilt es, den nächsten Level zu erreichen – alles das wird häufig genug ohne Pausen erledigt, bis der Schmerz kommt.
Pausen und Bewegung beugen vor
Was kann man selbst dagegen tun? Ganz wichtig ist zunächst, die Haltung zu verbessern. Die Maus sollte näher zum Körper gezogen werden, man sollte sie außerdem nicht dauerhaft festhalten. Der Arm sollte entspannt aufliegen und zwischendurch mit Dehnübungen verwöhnt werden. Ganz viele Aktionen, die man mit der Maus durchführt, lassen sich auch mit Tastaturbefehlen, so genannten Shortcuts (dt. “Abkürzungen”), erledigen. Die wichtigsten Shortcuts finden Sie unten in den Tipps. Pausen sind das A und O, am besten mit Entspannungsübungen. Man kann sich selbst zu Bewegungs-Pausen überlisten, indem man verschiedene Bürogeräte wie Drucker möglichst weit weg vom Schreibtisch platziert, um öfter man aufstehen zu müssen. Andere Aktionen wie Telefonieren oder Lesen lassen sich stehend erledigen. Es gibt ergonomische, zweigeteilte Tastaturen, die die Anspannung im Schulter-Nacken-Bereich reduzieren. Denen fehlen die rechten Tastenfelder, ein Zahlenblock, den die meisten Computerbenutzer sowieso nicht benutzen, so dass mehr Platz für die Maus ist. Die Füße unter der Tastatur sollten umgeklappt sein, damit sie möglichst flach aufliegt, denn so werden die Handgelenke nicht zu weit nach oben abgewinkelt. Und: das Zehn-Finger-System ist eine bewährte Methode gegen einseitige Belastung weniger Finger.
Ergonomische Arbeitsplätze
Nicht nur im Büro, auch zu Hause sollte man auf ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze achten. Die Maxime der Ergonomie lautet: “Die Ergonomie soll ermöglichen, eine Beeinträchtigung des Menschen zu verhindern, besonders durch Ausschaltung aller Einflüsse, die die Leistungsfähigkeit verringern können oder körperliche Beeinträchtigungen verursachen können.” Allerdings gehören die so praktischen Laptops bzw. Notebooks nicht dazu: Sie sind für eine regelmäßige Benutzung am Arbeitsplatz völlig ungeeignet. Bis auf wenige Ausnahmen erfüllen sie nämlich nicht die gesetzlichen Anforderungen an ergonomische Erfordernisse. Besonders schädlich ist die feste Verbindung zwischen Monitor und Tastatur, da sie zu Zwangshaltungen führt.
Tipps zur Vorbeugung
Es gibt ein Computerprogramm namens WorkPace, eine englischsprachige Ergonomie-Software, die zahlreiche Übungen mit Bildern verdeutlich. Eine Testversion kann man unter folgender Adresse herunterladen:
* www.workpace.com/spis/runisa.dll?WP:download
Ein anderes, sehr einfaches und für Privatnutzer kostenlos ist das englischsprachige Programm RSI Break, das nach kurzer Zeit eine Erinnerung an eine Pause meldet:
* www.niagara.com/%7Emcarter/rsibreak.htm
Hier ein paar allgemeine Tastaturbefehle, damit man sich einige Mausklicks spart:
* Fettdruck von Buchstaben: STRG+UMSCHALT+F
* Kursivdruck von Buchstaben: STRG+UMSCHALT+K
* Unterstreichen von Buchstaben: STRG+UMSCHALT+U
* Verkleinern des Schriftgrades: STRG+UMSCHALT+ <
* Vergrößern des Schriftgrades: STRG+UMSCHALT+ >
* Kopieren des ausgewählten Textes oder Objekts: STRG+C
* Ausschneiden des ausgewählten Textes oder Objekts: STRGL+X
* Einfügen von Text oder eines Objekts: STRG+V
* Rückgängigmachen des letzten Befehls: STRG+Z
* Wiederholen des letzten Befehls: STRG+Y
Außerdem kann man sich eine Liste aller Tastaturbefehle im Hilfemenü (Taste F1) ausdrucken lassen.
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