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So lindert Akupunktur Rückenschmerzen

Written By: sunnyapo - Jan• 27•10

Kann die Nadeltherapie aus Fernost tatsächlich helfen? Lesen Sie hier, was die Wissenschaft dazu herausgefunden hat

Das Ein- und Aussteigen aus dem Auto wird zum fast unüberwindbaren Hindernis, Bücken unmöglich und selbst Sitzen schmerzt. Rückenschmerzen beeinflussen die Lebensqualität der Betroffenen meist stark. Und sie sind längst ein Volksleiden geworden: In Deutschland leidet mittlerweile jede fünfte Frau und jeder siebte Mann unter chronischen Rückenschmerzen. Wie eine Untersuchung der European Chiropractors Union (ECU) ergab, liegt Deutschland damit europaweit an der Spitze – noch vor Italien und England.

In der Hoffnung, die quälenden Schmerzen endlich loszuwerden, setzen immer mehr Patienten auf Akupunktur. Doch lassen sich Rückenschmerzen tatsächlich einfach wegpieksen?

Das Prinzip der Akupunktur

Die Akupunktur ist neben der Kräuter-Therapie, der Tuina-Massage und Qigong ein Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Basis der TCM ist die Vorstellung, dass der menschliche Körper von zwölf Haupt- und mehreren Nebenleitbahnen, sogenannten Meridianen, durchzogen wird, auf denen die Lebensenergie Qi fließt. Ist der Fluß der Lebensenergie an einer Stelle des Körpers gestört, wird der Mensch krank. Indem die entsprechenden Akupunkturpunkte – es gibt über 300 – mit feinen Nadeln gestochen werden, soll das Qi wieder in Fluss kommen. Ein Behandlungszyklus besteht aus sechs bis acht Sitzungen.

Stiche gegen das schmerzende Kreuz

Manche Menschen schwören auf Akupunktur, anderen wiederum haben die Nadelstiche keine Besserung gebracht. Doch was sagt die Wissenschaft zu dieser alten chinesischen Therapieform?

GERAC-Studie

Die bisher weltgrößte Studie über die Wiksamkeit von Akupunktur bei der Therapie von Rückenschmerzen im Vergleich zu anderen Methoden war die “German Acupuncture Trials” (GERAC). An der Studie konnten sich Patienten beteiligen, die bereits länger als sechs Monate lang an Kopf-, Rücken- oder Gelenkschmerzen litten. Die Probanden wurden dabei nach dem Zufallsprinzip in drei verschiedene Gruppen eingeteilt: Die eine Gruppe wurde nach den Regeln der TCM mit Akupunktur behandelt, die Studienteilnehmer der zweiten Gruppe wurden bewusst an falschen Punkten gestochen (Scheinakupunktur) und die dritte Gruppe wurde mit den Methoden der klassischen Schulmedizin – Medikamenten, Krankengymnastik und physikalischen Anwendungen (zum Beispiel Wärmeanwendungen) – therapiert.

Das Ergebnis: Bei 48 Prozent der Rückenschmerz-Patienten, die mit Akupunktur behandelt worden waren, hatten sich nach sechs Monaten die Beschwerden deutlich gebessert. Allerdings zeigte die Scheinakupunktur eine ähnliche Wirkung. So fühlten auch 44 Prozent der Probanden, die nicht an Akupunkturpunkten genadelt worden waren, eine wesentliche Verbesserung. Die klassische Therapie hingegen konnte nur 27 Prozent der Studientelnehmer helfen.

SPINE Studie

Zu einem ganz ähnlichen Ergebnis wie die GERAC-Studie kam auch die amerikanische SPINE (Stimulating Points to Investigate Needling Efficacy) Studie der Group Health Cooperative in Seattle und der Northern California Kaiser Permanente in Oakland. An der Untersuchung hatten 638 Patienten teilgenommen, die unter Schmerzen im unteren Rücken litten und noch nie mit Akupunktur behandelt worden waren. Auch sie wurden per Los in verschiedene Gruppen eingeteilt. Ein Viertel der Probanden wurde konvetionell behandelt, der Rest unterzog sich zehn Akupunktur-Sitzungen. Doch auch in dieser Studie bekamen manche Patienten nur eine Scheinakupunktur. In diesem Fall kamen spezielle Nadeln zur Anwendung, die die Haut nicht richtig durchbohrten.

Das Ergebnis: Bereits kurz nach Ende der Therapie berichteten 60 Prozent der Akupunktur-Patienten, dass sich ihre Rückenschmerzen deutlich gebessert hätten. Ob echte Akupunktur oder Schein-Akupunktur spielte dabei keine Rolle. Von den mit den Methoden der Schulmedizin behandelten Studienteilnehmern spürten hingegen nur 39 Prozent eine Besserung. Die Forscher wissen jedoch nicht genau, warum auch die Scheinakupunktur eine ähnliche Wirkung hatte wie die richtige Akupunktur. Sie vermuten allerdings, dass der sogenannte Placebo-Effekt eine Rolle spielen könnte.

Wer also seine chronischen Rückenschmerzen bisher mit keiner Therapie in den Griff bekommen hat, kann es einmal mit Akupunktur versuchen. Seit die Ergebnisse der GERAC-Studie bekannt sind, kommen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel für die Kosten auf.

Quelle: Apotheken Umschau

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