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Written By: sunnyapo - Jul• 21•08

Roentgen und CT verstehen.

Sonografie (Ultraschall) und Magnetresonanztomografie (MRT) sind  Verfahren, die ohne Röntgenstrahlen auskommen. Viele Diagnosen lassen sich jedoch nur per Röntgenbild eindeutig erstellen. Die Strahlenbelastung ist vielen Patienten unheimlich. Wie schädlich ist das Röntgen wirklich?

Röntgenuntersuchung
Röntgenstrahlen sind sehr kurzwellige, energiereiche Strahlen, die im Prinzip jede Zelle im Körper schädigen können. Der menschliche Körper hat aber einen ausgezeichneten Reparaturmechanismus. Wenn der nicht funktioniert, stirbt die Zelle ab. Zum Schutz von Gewebe, das nicht bestrahlt werden muss, bekommt der Patient bei der Röntgenuntersuchung eine Bleischürze umgehängt, denn Blei können die Strahlen nicht durchdringen.

Was sichtbar wird
Wenn es darum geht, Knochen oder tiefere Gewebeschichten darzustellen, reicht die Sonografie nicht aus. In diesem Fall muss z.B. eine Röntgenaufnahme gemacht weden. Damit die behandelnden Ärzte (und der Patient selbst) einen Überblick behalten, wird die Untersuchung in einen Röntgenpass eingetragen. Grundsätzlich sind immer Nutzen und Risiko gegeneinander abzuwägen. Neben der normalen Röntgenaufnahme, bei der ein Bild gemacht wird, gibt es noch das Röntgen mit Kontrastmittel. Die so genannte Phlebografie dient zum Nachweis von Verschlüssen tiefer Beinvenen bei Blutgerinseln und wird ovr Operationen an Krampfadern zur Darstellung der tiefen Beinvenen angewendet. Das Röntgen des Gallenganges mit Kontrastmittel heißt Cholangiografie. So hat jede Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel ihren eigenen Namen.

Computertomografie (CT)
Auch bei der CT handelt es sich um Röntgenstrahlen, die aber dreidimensional auf das Gewebe treffen. Die Röntgenquelle kreist um den Patienten. Ein Kranz von elektronischen Detektoren sammelt die Messdaten, die dann von einem Computer zu Bildern umgerechnet werden. Es werden so genannte Schnittbilder hergestellt – vergleichbar wie beim MRT, aber mit einer anderen Technik.

Mammografie
Die Mammografie wird hauptsächlich zur  Früherkennung von Brustkrebs eingesetzt. Das Verfahren arbeitet mit weichen Röntgenstrahlen. Das Zusammendrücken der Brust wird von vielen Frauen als sehr schmerzhaft empfunden, vor allem, wenn viel Brustgewebe vorhanden ist. Es ist aber wichtig, die Schichtdicke, die bestrahlt werden muss, so gering wie möglich zu halten, denn pro Zentimeter Dickenabnahme halbiert sich die Strahlendosis, die nötig ist. Zurzeit läuft in Deutschland ein Mammografie-Screening, an dem Frauen ab 50 feiwillig teilnehmen sollten. Es wird empfohlen, alle zwei Jahre eine Mammografie zur Krebsvorsorge durchführen zu lassen.

Strahlenbelastung richtig einschätzen
Die Strahlendosis wird in Millisievert mSv gemessen. Laut einer Mitteilung des Bundesamtes für Strahlenschutz beträgt die jährliche natürliche Belastung eines Bundesbürgers 2,4 mSv. Sie setzt sich zusammen aus Kosmischer Strahlung (0,3 mSv/a), Erdstrahlung (0,5 mSv/a), natürlicher Radoninhalation (1,3 mSv/a) und Aufnahme natürlicher radioaktiver Stoffe (0,3 mSv/a). Hinzu kommt die so genannte zivilisatorische Strahlenbelastung mit 1,53 mSv pro Jahr. Die Quellen sind kerntechnische Anlagen, Anwendung radioaktiver Stoffe und ionisierender Strahlung in Forschung, Technik und Haushalt und dem “Fall-out” von Kernwaffenversuchen. Dazu kommen 1,5 mSv/a Strahlung aus medizinischer Anwendung. Also zusammen könnten es 3,93 mSv/a werden.

Ein paar Beispiele zeigen die Relationen auf
bei 100 Stunden Farbfernsehen, 100 Stunden vor einem Bildschirm oder bei einer zehnstündigen Flugreise bekommt man 0,01 mSv ab. Das ist so viel wie beim Röntgen des Beckens. Eine Mammografie beidseitig bedeutet eine Strahlung von  0,5 mSv. Beim Röntgen von Thorax oder Schädel sind es 0,2 mSv. Ein CT verursacht höhere Belastungen: Thorax (8); Schädel (2,3).

Fazit
Es gibt keinen Kennwert, der die Strahlenbelastung wirklich messen könnte. Nur mit Hilfe der Statistik lassen sich Aussagen treffen, wie zum Beispiel, das beim Flugpersonal eine erhöhte Krebsrate festzustellen ist. Die einzige Möglichkeit, die Strahlen-Exposition zu messen, ist die Verwendung eines Dosimeters. Wer beruflich mit Strahlung zu tun hat, muss ein Dosimeter tragen. Jeder vierte Mensch in Deutschland stirbt an Krebs  -  das ist ein Risiko von 25 Prozent. Durch eine einmalige Röntgenaufnahme der Lunge erhöht sich dieses Risiko um 0,001 Prozent. Durch eine veränderte Lebensweise lässt sich das Risiko dagegen um 5 Prozent oder mehr verringern. Noch zu ergänzen ist , dass bei jeder Untersuchung die Strahlenbelastung vom Körpergewicht des Menschen abhängt. Je mehr an Schichtdicke zu durchdringen ist, desto intensiver muss die Strahlung sein. Abzuwägen ist auch immer das Risiko, das entsteht, wenn eine Untersuchung gar nicht durchgeführt wird. Auf jeden Fall hat der Arzt die Aufgabe, im speziellen Fall das beste der bildgebenden Verfahren auszuwählen.

Quelle: www.apotheken.de

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