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Protein schützt T-Zellen

Written By: sunnyapo - Jul• 27•08

 Im weltweiten Kampf gegen die Immunschwäche Aids sind Hamburger Forscher einen kleinen Schritt vorangekommen. Der Wissenschaftler Michael Schindler vom renommierten Heinrich-Pette-Institut für experimentelle Virologie und Immunologie beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage, warum Affen so gut wie nie an Aids erkranken, obwohl sie mit einem ähnlichen Virus infiziert sind, wie HIV-Patienten.

Dass dabei ein bestimmtes Protein Namens Nef eine Rolle spielt, konnte Schindler gemeinsam mit seinem Kollegen Frank Kirchhoff aus Ulm nun erstmals durch Untersuchungen an lebenden Mangabenaffen beweisen. Bei den Affenviren schütze das Protein die infizierten T-Zellen, indem es einen wichtigen Rezeptor von deren Oberfläche entfernt. «Vielleicht können wir hier einen alternativen therapeutischen Hebel ansetzen, um Aids zukünftig zu verhindern», sagt Schindler. Während sich Menschen mit dem HI-Virus (Humanes Immundefizienz-Virus) infizieren, werden Affen in der Regel von dem sehr ähnlichen SI-Virus (Simianes Immundefizienz-Virus) befallen.

SIV gilt als Ursprungsvirus von HIV. HIV-1, der Haupterreger von Aids, stammt ursprünglich aus Schimpansen und wurde erst Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts auf den Menschen übertragen. Später verbreitete sich das tödliche Virus explosionsartig. Nach Angaben des Aids-Programms der Vereinten Nationen (UNAIDS) waren Ende 2007 weltweit 33,2 Millionen Menschen mit HIV infiziert. In Deutschland waren es dem Robert-Koch-Institut zufolge etwa 59.000 Menschen.

Das für das Experiment der Hamburger und Ulmer Forscher so wichtige Nef-Protein ist sowohl ein Bestandteil der HI- als auch in den SI-Viren. Bei humanen Viren löst das Eiweiß jedoch eine chronische Hyperaktivität des Immunsystems aus. Dadurch sterben die T-Helferzellen ab und Aids entsteht. Bei Affenviren bewirkt Nef genau das Gegenteil, indem es sicherstellt, dass die Viren ihre Wirtszellen nicht töten. «Rezeptoren werden von der Zelloberfläche entfernt. Dadurch wird die Aktivierung und das vorzeitige Absterben der infizierten T-Zellen blockiert», sagt Schindler. Diese wichtige Schutzfunktion sei im Laufe der Evolution genau in jener Viruslinie verloren gegangen, die vom Schimpansen auf den Menschen übertragen wurde.

Bislang war die immense Bedeutung des Nef-Proteins nur bei wildlebenden Affen mit unbekanntem Infektionsverlauf nachgewiesen worden. Nun konnten die Forscher erstmals Virusisolate lebender Tiere mit bekanntem Infektionsverlauf untersuchen. Die Viren der Affen, die in einem Forschungszentrum in Atlanta/USA gehalten werden, wurden nach Deutschland geschickt und unter anderem im Labor des Pette-Instituts charakterisiert. «Die Experimente haben gezeigt, dass es eine Korrelation zwischen der Anzahl von T-Zellen und der Funktionalität von Nef-Proteinen gibt», sagt Schindler. Von diesem Erfolgsschritt bis zu einer möglichen neuen Therapieform sei es aber noch ein weiter Weg.

Quelle: www.pharmazeutische-zeitung.de 

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