Zusatzbeiträge bleiben den allermeisten gesetzlich Krankenversicherten zum Start des Gesundheitsfonds erspart. Viele Kassen blicken aber unsicher in ihre finanzielle Zukunft und wollen für das Gesamtjahr 2009 nichts ausschließen. Mehrere Kassen reagieren auf den steigenden Wettbewerb durch Angebote über das Vorgeschriebene hinaus, andere sehen Spielräume schrumpfen. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa.
«Die gesetzlichen Krankenkassen bereiten sich intensiv auf den Gesundheitsfonds vor mit dem festen Ziel, auch 2009 die Versorgung der 70 Millionen Versicherten gut und verlässlich zu organisieren», sagte der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz, der dpa. Der Kassen-Spitzenverband hatte gewarnt, die 167 Milliarden Euro für die Kassen 2009 seien mindestens 2,6 Milliarden weniger als nötig. «Auf breiter Front» drohten Zusatzprämien. «Die AOK-Gemeinschaft startet 2009 ohne Zusatzbeitrag in die neue Gesundheitsfonds-Welt», sagte der Vorsitzender des AOK-Verbandes, Hans Jürgen Ahrens. Mögliche mittelfristige Zusatzbeiträge oder Spielräume für Rückzahlungen seien derzeit nicht abschätzbar, ergänzte AOK-Sprecher Udo Barske. Die derzeit noch größte Kasse Barmer will laut Sprecher zum Fondsstart ebenfalls keinen Extrabeitrag, zahlt aber auch nichts aus. So ist es durch die Bank. Profiteure der neuen Umverteilung nach Krankheit unter den Kassen sagen, sie hätten Anreize für bessere Versorgung chronisch Kranker. Der Barmer-Sprecher sagte: «Es kommt darauf an, durch geschicktes Agieren Qualität und Mehrwerte für die Versicherten zu schaffen.»