Der Sachverständigenrat ging am vergangenen Mittwoch nicht nur mit dem Konjunkturpaket der Bundesregierung hart ins Gericht, auch mit der Gesundheitspolitik war er unzufrieden. Im Gutachten mahnt er schnelle Reformen an.
Die fünf Wirtschaftsweisen halten die Gesundheitspolitik der Bundesregierung für deutlich verbesserungswürdig. In seinem Jahresgutachten kritisiert der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung einige Punkte, die ihn schon seit Jahren stören: den Gesundheitsfonds, die Trennung von gesetzlicher und privater Krankenversicherung, die duale Krankenhausfinanzierung und die Arzneimitteldistribution.
Letztere möchte das Gremium um den Darmstädter Ökonom Professor Dr. Bert Rürup »wettbewerbsorientierter« gestalten. Unter dem Begriff verstehen die fünf Weisen vor allem die Einführung von unbeschränktem Fremd- und Mehrbesitz. Die heutigen Einschränkungen seien »ein Verbot von den Wettbewerb stimulierenden Apothekenketten«. Der Bundesregierung empfehlen die Ökonomen deshalb, »den in der Sache richtigen Prozess der Liberalisierung des Arzneimittelvertriebs aktiv zu steuern« anstatt sich vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) in eine Liberalisierung der Distributionskanäle treiben zu lassen.