Zu viel Schweiß kann ein Krankheitszeichen sein. Oder schlicht eine Folge von Emotion.
Ines arbeitet in einem Reisebüro. Sie möchte ihre Kunden gerne freundlich mit Handschlag begrüßen. Doch spätestens wenn es voll wird im Geschäft oder der Vorgesetzte den Kopf zur Tür hereinsteckt, passiert es: Die Hände werden klebrig feucht und aus den Achselhöhlen rinnt der Schweiß. Oft muss sie mehrmals am Tag die Bluse wechseln und Händeschütteln ist ihr so peinlich, dass sie es mittlerweile vermeidet …
Grundsätzlich ist Schwitzen sehr sinnvoll, erklärt Hautarzt Dr. Thomas Rommel aus Frankfurt am Main. Es schützt den Organismus davor, bei körperlich anstrengender Arbeit oder in heißem Klima zu überhitzen. Denn der Schweiß entzieht dem Körper beim Verdunsten auf der Haut überschüssige Wärme.
Um die Körpertemperatur stabil zu halten, verfügt jeder Mensch über zwei bis drei Millionen kleiner Schweißdrüsen, die über den Körper verteilt sind – besonders dicht an Handtellern und Fußsohlen sowie in den Achselhöhlen. Außerdem gibt es auch größere Duftdrüsen – insbesondere in den Achselhöhlen, an den Brustwarzen sowie in der Scham- und Analgegend –, die ab der Pubertät ihre Produktion aufnehmen. Sie werden vor allem bei starken Emotionen wie Angst, Schmerz oder Prüfungsstress aktiv.
Vom übermäßigen bzw. krankhaften Schwitzen – einer Hyperhidrose – spricht man, wenn die Schweißdrüsen ohne körperliche Aktivität bzw. unabhängig von der Außentemperatur sehr viel Schweiß produzieren. Ist der ganze Körper davon betroffen, können Erkrankungen oder Medikamente als Verursacher infrage kommen!
Die beschriebenen Stress-assoziierten Schweißausbrüche an Händen und Achseln sind allerdings typisch für das sogenannte „emotionale Schwitzen“. Das ist zwar medizinisch harmlos, stellt für die Betroffenen jedoch häufig eine erhebliche psychosoziale Belastung dar. Die Angst vor einem Schweißausbruch kann dann so in Stress versetzen, dass es gerade deswegen dazu kommt – ein Teufelskreis.
Zunächst einmal sollte man versuchen, die starken Schweißausbrüche abzufangen, erklärt Dr. Rommel.
Dabei helfen kann:
* lockere, luftige Kleidung aus Baumwolle statt aus Kunstfasern; Lederschuhe statt Gummi-, Kunststoff- oder Holzsohlen;
* weniger Kaffee, Tee, Alkohol, heiße Getränke und scharfe Gewürze, stattdessen Salbei – als Tee, Bonbon oder Tablette;
* weniger kalorienreiche Kost; mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen;
* tägliches Duschen, mehr Desodoranzien (geruchshemmend), gegebenenfalls Antiperspiranzien (schweißhemmend);
* Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training, eventuell auch eine Psychotherapie. Damit lassen sich erstaunliche Ergebnisse erzielen!
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