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Tinnitus: Forscher auf Spurensuche

Written By: sunnyapo - Sep• 15•09

Tinnitus ist eine viel erforschte Krankheit, für die es zahlreiche Auslöser gibt. So können zum Beispiel Hörstürze, zu laute Musik, Probleme mit Zähnen und Kiefergelenken, aber auch emotionale Belastungssituationen Ohrgeräusche verursachen. Die Betroffenen hören ein Pfeifen oder Klingeln im Ohr, das sich im Gehirn zu “verselbstständigen” scheint. Denn Menschen, deren Hörnerv durchtrennt wurde, nahmen anschließend den Pfeifton immer noch wahr. Therapien, die Tinnitus vollständig heilen, gibt es allerdings bisher nicht. Der Grund: Der Weisheit letzter Schluss fehlt – es ist noch nicht genau erforscht, welche Bereiche im Ohr bei den Betroffenen geschädigt sind und zu den Ohrgeräuschen führen.

Ein Forscherteam der Goethe-Universität in Frankfurt am Main versucht nun mithilfe von Wüstenrennmäusen Licht ins Dunkle zu bringen. Unter der Leitung der Neurobiologin Manuela Nowotny erzeugen sie in den kleinen Mäuseohren, deren Hörbereich denen des Menschen ähnlich ist, künstlich einen Tinnitus. Gemeinsam mit ihren Kollegen Manfred Kössl und Bernhard Gaese will Nowotny herausfinden, welche Bereiche des Innenohrs bei einem Tinnitus geschädigt werden. “Wir müssen also verstehen, wie der Tinnitus im Innenohr entsteht”, erklärt Nowotny. Die Wissenschaftler erhoffen sich Erkenntnisse, mit deren Hilfe sie gezielt Medikamente gegen Tinnitus einsetzen können. Außerdem wollen sie herausfinden, welche Bereiche des Gehirns aktiv sind, während es im Ohr pfeift, klingelt und brummt. Denn ob die Schädigung im Innenohr auch den Tinnitus beeinflusst, der sich im Gehirn abspielt, ist laut Nowotny für spätere Therapien von entscheidender Bedeutung. Anerkennung für ihre Arbeit erhielt Manuela Nowotny bereits von der Adolf Messer Stiftung: Sie verlieh ihr den mit 25.000 Euro dotierten Adolf Messer-Preis 2009.

Schätzungen gehen davon aus, dass rund vier Prozent der Erwachsenen dauerhaft einen Tinnitus hören. Viele leiden unter den Ohrgeräuschen – sie schlafen schlechter und fühlen sich häufiger ängstlich und depressiv. Ein Teil der Betroffenen kann nicht mehr seiner alltäglichen Arbeit nachgehen. Die Therapie des chronischen Tinnitus dient bisher vorwiegend dazu, den Betroffenen den Umgang mit den dauerhaften Ohrgeräuschen zu erleichtern. Häufig kommen hierfür Entspannungstechniken und psychotherapeutische Maßnahmen zum Einsatz.

Quelle: Onmeda.de

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