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Das hilft gegen Kopfschmerzen

Written By: sunnyapo - Apr• 06•10

Die häufigsten Ursachen von Spannungskopfschmerzen und wie Sie sie am besten in den Griff bekommen

Manchmal sitzt Ingrid Nicolai morgens auf der Bettkante und weiß nicht, ob sie aufstehen oder sich gleich wieder hinlegen soll. In ihrem Kopf pocht es gewaltig. Wieder eine Attacke. Die letzte ist doch erst ein paar Tage her. Oft weckt der Schmerz sie schon mitten in der Nacht, legt sich wie ein dicker Ring um ihre Stirn, und die 47-Jährige weiß: Der Tag ist gelaufen, bevor er überhaupt angefangen hat. Wenn sie Glück hat, vertreibt ein starker schwarzer Kaffee das Pochen, aber meistens bessern sich die Kopfschmerzen  auch nach der dritten Tasse nicht.

Die Journalistin aus Wiesbaden nimmt dann eine Schmerztablette und fährt ins Büro, nur ganz selten bleibt sie wegen Kopfschmerzen zu Hause. „Ich trage Verantwortung, ich muss funktionieren, ich will funktionieren.“ Nicolai arbeitet bei einer Tageszeitung als stellvertretende Leiterin des Lokalressorts. Ihre Tage sind hektisch und lang, im Großraumbüro ist es laut, Zeit für eine Mittagspause nimmt sie sich kaum – höchstens für ein belegtes Brötchen am Schreibtisch. Am Abend ist die Zeitung druckfertig, und Nicolai kann sich nicht mehr erinnern, was sie gegessen hat.

So sieht ihr Alltag aus – doch in der Migräne- und Kopfschmerz-Klinik Königstein (Taunus) ist er weit weg. Dicke Teppiche schlucken überflüssigen Lärm, statt Kaffee gibt es Tee, außerdem regelmäßige Mahlzeiten, leichtes Ausdauertraining und Entspannungsübungen. Auf einem blauen Sofa lehnt sich Ingrid Nicolai zurück. Fröhlich und dynamisch sieht sie aus – nicht wie jemand, der seit 20 Jahren fast jede Woche mit Kopfschmerzen und Migräne kämpft. Ein Schicksal, das sie mit vielen teilt. Allein in Deutschland leiden acht Millionen Menschen an chronischen Kopfschmerzen. Chronisch bedeutet: Durchschnittlich jeden zweiten Tag plagt die Betroffenen ein Pochen, Drücken oder Hämmern im Kopf.

Spannungskopfschmerzen sind häufig weniger stark als Migräne, können aber bis zu sieben Tage andauern. Meist verschwinden sie mit etwas Bewegung oder an der frischen Luft. Für Patienten wie Ingrid Nicolai, die fast täglich eine „Matschbirne“ haben, ein schwacher Trost. Außerdem, sagt Nicolai, könne sie oft nicht erkennen: „Wird das jetzt eine Migräne oder ein normaler Kopfschmerz?“ Die Spannungskopfschmerzen bekommt sie mit einem Spaziergang vielleicht noch in den Griff, die Migräne wird durch Bewegung nur schlimmer.

Dann braucht Nicolai Ruhe und Dunkelheit. Sie war Ende 20, als die erste Attacke ihr den Boden unter den Füßen wegzog – mitten in einer schwierigen Trennung. „Heute denke ich, das war damals alles einfach eine Portion zu viel für mich.“

Die Ursachen von Kopfschmerzen sind vielfältig und noch nicht umfassend erforscht. Fest steht: Veranlagung spielt eine Rolle, ebenso der falsche Umgang mit Stress. Ingrid Nicolai sagt, sie zerbreche sich oft den Kopf. „Manchmal wünsche ich mir, ich könnte auf Knopfdruck das Denken ausschalten. Ich liege schon im Bett, aber das Gedankenkarussell läuft immer noch – und wenn ich aufwache, springt es sofort wieder an.“ Ein Gefühl, das fast alle Patienten eint. „Viele stehen unter Daueranspannung, sie überfordern sich, können schwer Nein sagen. Probleme, ob beruflich oder privat, machen buchstäblich Druck, weil sie nicht gelöst werden“, erklärt Dr. Jan Brand, Leiter der Migräne-Klinik Königstein. Dann signalisiert der Körper: Es reicht. „Wenn ich nicht Nein sage, sagt der Kopfschmerz Nein“, so Brand.

Experten wie Dr. Charly Gaul, Leiter des Westdeutschen Kopfschmerzzentrums in Essen, wissen außerdem: „Die Betroffenen nehmen Schmerz sensibler wahr, weil ihr Gehirn ankommende Reize nicht richtig filtert.“ Kleine Verspannungen zum Beispiel, die andere Menschen kaum registrieren, kann ihr Gehirn nicht ausblenden – es ist ein bisschen wie im Märchen von der Prinzessin auf der Erbse.

Quelle: Apotheken-Umschau

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